Johannespassion

Ein besonderes Ereignis und sicher ein Höhepunkt des Jubiläumsjahres war die Aufführung der Johannespassion von Johann Sebastian Bach am 15. Februar in der Sternkirche. Die Münchener Bank Vontobel hatte die Aufführung den Schwestern als Geschenk zum Jubiläum gemacht.

Zu Beginn begrüßte Provinzoberin Sr. M. Esther geladene Gäste, Schwestern, Chor und Orchester und gab auch einen kurzen Abriss der Geschichte von Maria Stern. Im Kammerchor aus München und im Orchester La Branda aus Augsburg sangen und spielten junge Musiker aus dem gesamten Bundesgebiet, die sich immer wieder zu Aufführungen zusammen finden. Sie werden unterstützt von der Vontobel-Bank, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, junge Musiktalente zu fördern. Unter der Leitung von Robert Scheingraber erklang das Werk von Johann Sebastian Bach in strahlender Schönheit und einer Klangfülle, die einen besonderen Akzent erhielt durch den Einsatz historischer Instrumente. Aber nicht nur die musikalische Qualität zog die Zuhörer in Bann, sondern sie wurden durch Chor und Orchester auch mit hinein genommen in das Geschehen der Passion Christi.

Ob es der Part Jesu, des Evangelisten, des Petrus, Pilatus oder die meditativen Einschübe von Solostimmen und Chor waren, man spürte, dass es den Sängern ein Anliegen war, die Absicht Bachs zu vermitteln, die Menschen durch die Passion anzusprechen und ihnen nicht nur seine Musik, sondern die Leidensgeschichte des Herrn nahe zu bringen. An der Betroffenheit des Publikums zeigte sich, dass dies den Musikern gelang, so z. B. bei der Arie „Eilt, ihr angefocht'nen Seelen“, unterbrochen durch die Frage des Chors „Wohin?“ oder bei den Worten Jesu „Es ist vollbracht.“ und dem Schlusschoral, der mit den Worten endete: „Herr Jesu Christ, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich.“ So wurde die Johannespassion nicht nur zu einem herausragenden musikalischen, sondern auch zu einem tiefen geistlichen Erlebnis.