Goldenes Professjubiläum

Goldjub1_240508_a

Goldjub2_240508_a

Goldjub3_240508_a

Ein besonderer Festtag war für das Kloster Maria Stern der Samstag, der 24. Mai 2008. Am Fest der Weihe der Basilika des heiligen Franziskus in Assisi (und Namenstag von Provinzoberin Sr. M. Esther) feierten sieben Schwestern ihr Goldenes Professjubiläum.

In seiner Predigt wies P. Siegbert, der den Festgottesdienst zelebrierte, darauf hin, dass Sr. M. Cordilia (Bergheim), Sr. M. Martina und Sr. M. Vitalis (St. Elisabeth), Sr. M. Nikoletta (Pfersee), Sr. M. Norbertine (Nördlingen), Sr. M. Mechtildis (München-Studienheim) und Sr. M. Margareta (Göggingen) ihre Erstprofess abgelegt hatten, als das Kloster Maria Stern das 700. Jubiläum feierte.
Aus dem Evangelium der Marienmesse, das von der Verkündigung an Maria berichtet, griff er das Wort „empfangen“ auf: Maria als die Begnadete, das Urbild der Kirche, sei für uns ein Zeichen, dass auch wir erwählt sind, dass wir seine Gnade empfangen haben und täglich neu empfangen. Gott habe uns viele natürliche Gaben und Fähigkeiten geschenkt. So müsse sich jeder von uns auch immer wieder mit den Worten des heiligen Paulus fragen: "Was hast du, das du nicht empfangen hättest?"
Auch jedes Sakrament sei ein Geschenk, das wir empfangen, so wie wir auch das Wort Gottes empfangen. Er erinnerte an das Wort des heiligen Paulus: "Ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch überliefert habe."

Goldjub4_240508_a

Goldjub5_240508_a

Goldjub6_240508_a

Hans Urs von Balthasar sehe das „Marianische Prinzip“, Marias „Siehe ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort“ als Lebensgesetz für jeden Christen.
„Was ist Ihr Lebensgesetz?“ Mit dieser Frage wandte sich der Prediger an die Jubilarinnen und betonte, dass nicht nur die im Leben erbrachten Leistungen zählten, sondern vor allem, dass wir aus dem Empfangen leben dürfen. „Alles Gute wollen wir dem Herrn zurückgeben, für alles wollen wir ihm danken; er allein ist gut.“ Dieses Wort des heiligen Franziskus sei uns ein Auftrag, das Empfangene zum Heil der andern weiter zu geben.
Hans Urs von Balthasar warne davor, das Marianische Prinzip in Vergessenheit geraten zu lassen. Die Folge wäre, dass das Christentum unmenschlich würde, polemisch, bitter und humorlos. Und den Jubilarinnen sagte er, sie seien eine Erinnerung an das Marianische Prinzip, sie hätten im Leben nicht nur „ihre Frau gestellt“, sondern durch ihre Lebensform auch „das Gerücht von Gott“ wach gehalten. Diese Tatsache würde durch die Erneuerung der Gelübde wieder zum Ausdruck gebracht.

Nach der Überreichung der Jubiläumskerze, die an Taufe, Erstkommunion und Gelübdeablegung erinnert, erneuerten die Schwestern ihre Profess.

Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet vom Schwesternchor, der unter der Leitung von Sr. M. Fernanda Röder u. a. die „Missa Brevissima“ und das „Adoro te“ von Sr. M. Cäcilia Herrmann sang, die auch als Organistin fungierte.

Ein beredtes Zeugnis von der Freude über 50 Jahre Ordensleben legt der Satz einer der Jubilarinnen ab, die in einem Dankesbrief für den schönen Festtag schrieb:
„Und Franziskanerinnen sind wir doch aus ganzem Herzen!“

Dass sie dies auch immer so erfahren dürfen, sei der Wunsch an alle Jubilarinnen!